Warum Moore wiedervernässen?

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Seit sich alle Länder gemeinsam dazu verpflichtet haben, ihre CO2-Emissionen auf Null zu senken, ist eine Wiedervernässung der Moore unumgänglich geworden. Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse machen deutlich, dass Moore in ihrem natürlichen, nassen Zustand weitaus wichtigere Ökosystemfunktionen erfüllen als in entwässertem.

Die Herausforderung besteht nun darin, die bisherigen Nutzungszuschreibungen von Mooren neu zu denken und Wege zu finden, sie in einen Zustand zurückzuführen, in dem sie ihre natürlichen Ökosystemfunktionen erfüllen und zugleich dem Menschen nutzen. Paludikultur, also die wirtschaftliche Nutzung von auf nassen Moorböden angebauter Pflanzen oder gehaltener Tiere, kann neue Wertschöpfungsketten etablieren, Einkommensverluste von Landwirt*innen vermeiden und zugleich die zentralen Ökosystemfunktionen von Mooren erhalten.

Auch das Anheben der Wasserstände birgt Herausforderungen, da stark entwässerte und degradierte Moorböden häufig hydrophobe Eigenschaften entwickeln, bei starken Niederschlägen Überflutungen verursachen und sogar vom Grundwasser entkoppelt sein können. Anfangs erhöhte Methanemissionen werden akzeptiert, da Methan im Gegensatz zu CO2 nur ca. 12 Jahre in der Atmosphäre verbleibt und nach dieser Zeit genauso viel Methan verschwindet wie entsteht. Die Nährstofffreisetzung, insbesondere von Phosphor, aus ehemals landwirtschaftlich genutzten und überdüngten Böden, könnte durch Maßnahmen wie die Berücksichtigung der Sulfatbelastung im Wasser, regelmäßige Biomasseentnahme, Oberbodenabtrag oder eine schrittweise Wiedervernässung möglichst geringgehalten werden.

Und hier noch ein paar hilfreiche Links: